Wer in der Metallindustrie arbeitet, kennt das jährliche Warten auf den neuen Kollektivvertrag. Für das Jahr 2026 gibt es jetzt konkrete Zahlen – und eine wichtige Lücke zwischen der Erhöhung der Mindestentgelte und der tatsächlichen Einkommensentwicklung. Dieser Artikel zeigt, was die neuen Tabellen für Arbeiter und Angestellte bedeuten und wie Sie Ihre Einstufung finden.

Erhöhung KV-Löhne ab November 2025: 2,0 % ·
Erhöhung Ist-Einkommen ab November 2025: 1,41 % ·
Gültigkeitsbeginn des Abschlusses: 1. November 2025 ·
Laufzeit des Abschlusses: 12 Monate

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die genauen Beträge der Gehaltstabelle 2026 je Beschäftigungsgruppe sind nicht vollständig öffentlich.
  • Wie hoch die KV-Erhöhung 2027 ausfällt, ist ungewiss.
3Zeitleisten-Signal
  • September 2025: Einigung auf KV-Abschluss Metallindustrie (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten)
  • 1. November 2025: Erhöhung tritt in Kraft (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten)
  • Herbst 2026: Voraussichtlicher Beginn der Verhandlungen für KV 2027 (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten)
4Wie es weitergeht

Die Tabelle fasst die wesentlichen Daten des Abschlusses zusammen.

Schlüsselfakten zum KV-Abschluss Metallindustrie 2026
KV-Abschlussdatum 22. September 2025
Erhöhung Mindestentgelte +2,0 %
Erhöhung Ist-Einkommen +1,41 %
Beginn der Erhöhung 1. November 2025
Laufzeit 12 Monate
Tarifpartner GPA, PRO-GE, WKO

Die Implikation: Die unterschiedlichen Erhöhungssätze zeigen eine wachsende Kluft zwischen Tarif und Realität.

Der Kern des Abschlusses

Während die Mindestentgelte um 2,0 % steigen, erhalten Beschäftigte über dem Mindestniveau nur 1,41 % mehr. Das bedeutet: Wer bereits über dem kollektivvertraglichen Minimum verdient, spürt die Erhöhung weniger stark – ein wachsender Abstand zwischen Tarif und Realität.

Wie hoch ist die Gehaltstabelle in der Metallindustrie 2026?

Mindestentgelte nach Beschäftigungsgruppen

Im Metallgewerbe gelten ab 1. Jänner 2026 neue kollektivvertragliche Mindestgehälter, wie die GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten bestätigt. Für Arbeiterinnen und Arbeiter gibt es eine detaillierte Lohnordnung, die die monatlichen Mindestgrundlöhne festlegt.

Die Erhöhung fällt je nach Verwendungsgruppe unterschiedlich aus: Die Gruppen I bis IV und die Meistergruppe erhalten 2,2 % mehr. Für die Gruppen V und VI wurde ein linearer Betrag von 95 Euro vereinbart (GPA Abschlussprotokoll Metallgewerbe 2026/2027).

Fazit: Die Gehaltstabelle 2026 bringt für Arbeiter in den unteren Gruppen prozentual mehr, für höhere Gruppen einen fixen Euro-Betrag. Arbeitgeber sollten ihre Lohnlisten prüfen, Beschäftigte ihre Einstufung kontrollieren.

Übersicht der Lohntabelle für Arbeiter

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) veröffentlicht die monatlichen Mindestgrundlöhne für Arbeiter im Metallgewerbe ab 1.1.2026. Sechs Lohngruppen, eine Spanne:

  • Techniker: 4.160,28 Euro – die höchste Gruppe für technisch Leitende.
  • Lohngruppe 1 (Spitzenfacharbeiter): 3.808,83 Euro.
  • Lohngruppe 2 (qualifizierte Facharbeiter): 3.397,52 Euro.
  • Lohngruppe 3 (Facharbeiter): 2.948,85 Euro.
  • Lohngruppen 6 und 7 (Hilfstätigkeiten): je 2.571,94 Euro (WKO Lohnordnung Metallgewerbe 2026).

Die Differenz zwischen Techniker und Hilfskraft beträgt rund 1.588 Euro – ein klarer Anreiz für Weiterqualifizierung.

Gehaltsstufen für Angestellte

Für Angestellte in der metalltechnischen Industrie gibt es elf Beschäftigungsgruppen von A bis K, wie der Fachverband der Metalltechnischen Industrie (FMTI) festlegt. Die Einstufung erfolgt nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, nicht allein nach formalen Abschlüssen.

Gruppe A umfasst einfache schematische Tätigkeiten ohne Zweckausbildung. Gruppe B greift bei einfachen Tätigkeiten mit Zweckausbildung oder nach dreijähriger Betriebszugehörigkeit. Die genauen Gehaltsbeträge für jede Gruppe werden im KV-Dokument jährlich aktualisiert.

Die Implikation: Die Einstufung ist entscheidend für das Mindestgehalt – eine Überprüfung lohnt sich.

Was ist der KV-Abschluss für Metaller 2026?

Details zum Abschluss vom 22. September 2025

Am 22. September 2025 einigten sich die Tarifpartner – GPA, PRO-GE und Wirtschaftskammer – auf einen neuen Kollektivvertrag für die Metallindustrie. Der Abschluss gilt für 12 Monate rückwirkend ab 1. November 2025 (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten).

„Die Erhöhung der Mindestentgelte um 2,0 % und der Ist-Einkommen um 1,41 % ist ein Kompromiss, der die unterschiedlichen Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern berücksichtigt.“

– GPA-Vertreter, zitiert nach dem Abschlussprotokoll (GPA Abschlussprotokoll)

Laufzeit und Gültigkeitsbeginn

Der KV gilt vom 1. November 2025 bis 31. Oktober 2026. Das bedeutet: Arbeitnehmer erhalten ab November 2025 rückwirkend höhere Bezüge. Die Auszahlung erfolgt mit der November-Abrechnung.

Unterschied Mindestentgelt vs. Ist-Einkommen

Das Mindestentgelt ist der tarifliche Boden, den kein Beschäftigter unterschreiten darf. Das Ist-Einkommen ist das tatsächlich gezahlte Gehalt, das oft darüber liegt. Die Erhöhung der Ist-Einkommen fiel mit 1,41 % bewusst niedriger aus, um die Lohnkosten insgesamt zu begrenzen. Die Lücke zwischen beiden Werten wächst damit weiter.

Warum das wichtig ist

Für einen Beschäftigten, der 3.000 Euro Ist-Einkommen bezieht, bedeutet die 1,41%-Erhöhung rund 42 Euro mehr. Liegt sein Mindestentgelt bei 2.800 Euro, steigt dieses um 2,0 % – also 56 Euro. Damit verringert sich der Abstand zum Ist-Einkommen – ein seltener Fall von „Aufholen“ von unten.

Das Muster zeigt: Die unteren Einkommensgruppen holen relativ auf, die oberen verlieren an Kaufkraft.

Welche Beschäftigungsgruppen gibt es in der Metallindustrie?

Einstufung von Arbeitern

Die Lohnordnung des Metallgewerbes teilt Arbeiter in sieben Lohngruppen ein, abgestuft nach Qualifikation und Verantwortung. Die WKO – Wirtschaftskammer Österreich listet die Beträge detailliert auf:

  • Lohngruppe 1: Spitzenfacharbeiter – 3.808,83 Euro
  • Lohngruppe 2: qualifizierte Facharbeiter – 3.397,52 Euro
  • Lohngruppe 3: Facharbeiter – 2.948,85 Euro
  • Lohngruppen 4 und 5: angelernte Arbeiter (Beträge nicht einzeln ausgewiesen, aber zwischen 2.571,94 und 2.948,85 Euro)
  • Lohngruppen 6 und 7: Hilfsarbeiter – je 2.571,94 Euro

Einstufung von Angestellten

Für Angestellte definiert der KV der metalltechnischen Industrie elf Beschäftigungsgruppen A bis K. Die Einstufung richtet sich nach der Gesamtheit der verrichteten Tätigkeiten, nicht nach formalen Abschlüssen (FMTI Kollektivvertrag Angestellte 2025/2026).

Beispiele: Gruppe A – einfache schematische Arbeiten ohne Ausbildung; Gruppe B – einfache Tätigkeiten mit Zweckausbildung oder nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit; Gruppe K – leitende Angestellte mit umfassender Entscheidungsbefugnis.

Beispiele für Beschäftigungsgruppen

Ein Industriemechaniker in der Produktion wird oft in die Lohngruppe 3 (Facharbeiter) eingestuft. Ein Techniker im Bereich Konstruktion fällt in die Gruppe Techniker. Eine Sekretärin ohne spezifische Ausbildung landet in Angestellten-Gruppe A, mit mehrjähriger Erfahrung in Gruppe B. Die genaue Einstufung sollte der Dienstzettel zeigen (FMTI).

Fazit: Arbeitnehmer sollten prüfen, ob ihre tatsächliche Tätigkeit zur eingetragenen Beschäftigungsgruppe passt. Fehleinstufungen kosten bares Geld.

Wie hoch ist die KV-Erhöhung für Metaller 2027?

Bisherige Erhöhungen im Überblick

Für 2025/26 liegen die Erhöhungen fest: 2,0 % auf Mindestentgelte, 1,41 % auf Ist-Einkommen. Für 2027 gibt es noch keinen Abschluss – die Verhandlungen werden voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten).

Erwartung für die nächste Verhandlungsrunde

Die Höhe der nächsten Erhöhung hängt von der Inflationsentwicklung und der wirtschaftlichen Lage ab. Die aktuelle Teuerungsrate in Österreich liegt bei rund 2,2 % (Inflation Österreich aktuell). Gewerkschaften werden fordern, die Kaufkraftverluste der letzten Jahre auszugleichen. Arbeitgeber werden auf die Kostenbelastung verweisen.

Faktoren für künftige Anpassungen

Neben der Inflation spielen die Produktivität der Branche, die Auftragslage und die Lohnstückkosten eine Rolle. Eine Prognose für 2027 ist derzeit nicht seriös möglich – zu viele Variablen.

„Die Verhandlungen für das Folgejahr werden voraussichtlich im Herbst 2026 geführt, sobald die Wirtschaftsdaten für das laufende Jahr vorliegen.“

– Sprecher der Wirtschaftskammer Österreich (WKO)

Was dies bedeutet: Die Beschäftigten müssen bis Herbst 2026 auf Klarheit warten.

Was beinhaltet die KV Metallindustrie Lohntabelle?

Struktur der Lohntabelle

Die Lohntabelle legt für jede Beschäftigungsgruppe ein Mindestentgelt fest. Sie wird jährlich durch KV-Verhandlungen angepasst. Die Tabelle unterscheidet Arbeiter und Angestellte, jeweils mit eigenen Gruppen.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Spannweite:

Mindestgrundlöhne für Arbeiter im Metallgewerbe ab 1.1.2026
Gruppe Bezeichnung Monatslohn
Techniker Technisch Leitende 4.160,28 €
LG 1 Spitzenfacharbeiter 3.808,83 €
LG 2 Qualifizierte Facharbeiter 3.397,52 €
LG 3 Facharbeiter 2.948,85 €
LG 6/7 Hilfsarbeiter 2.571,94 €
Quelle: WKO Lohnordnung Metallgewerbe 2026

Die Tabelle verdeutlicht die Einkommensspreizung von über 1.500 Euro zwischen den Gruppen.

Für Angestellte existiert eine analoge Tabelle mit Gehaltsbändern pro Beschäftigungsgruppe A–K, die jedes Jahr neu festgelegt wird. Die aktuellen Zahlen finden sich im KV-Dokument der Metalltechnischen Industrie (FMTI).

Abhängigkeit von Beschäftigungsgruppe und Berufsjahren

Das Mindestentgelt steigt mit den Beschäftigungsgruppenjahren. Wer länger in einer Gruppe bleibt, erhält automatisch höhere Stufen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Einstufung und die angerechneten Jahre auf dem Dienstzettel mitzuteilen (FMTI KV Angestellte 2025/2026).

Beispielhafte Gehaltsangaben

Ein Facharbeiter (LG 3) verdient mindestens 2.948,85 Euro. Ein Techniker in der Meistergruppe kommt auf über 4.100 Euro. Ein Angestellter in Gruppe C (mittlere kaufmännische Tätigkeit) liegt je nach Erfahrungsstufe zwischen 2.700 und 3.200 Euro.

Die Implikation: Die Dienstjahre wirken sich direkt auf das Einkommen aus – eine korrekte Anrechnung ist entscheidend.

Zeitleiste – KV Metallindustrie 2025–2027

  • : Einigung auf KV-Abschluss für die Metallindustrie (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten)
  • : Erhöhung der KV-Löhne und Ist-Einkommen tritt in Kraft
  • : Voraussichtlicher Beginn der Verhandlungen für den KV 2027
Der zeitliche Druck

Wer nach November 2025 eine rückwirkende Nachzahlung erwartet, sollte die November-Abrechnung genau prüfen. Verzögerungen bei der Umsetzung sind in der Praxis keine Seltenheit.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Die Erhöhung der Mindestentgelte um 2,0 % und der Ist-Einkommen um 1,41 % ab 1. November 2025 ist bestätigt (GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten).
  • Der Abschluss gilt für 12 Monate.
  • Die Lohntabelle für Arbeiter ab 1.1.2026 liegt vor (WKO – Wirtschaftskammer Österreich).
  • Die Beschäftigungsgruppen für Angestellte sind definiert (FMTI – Fachverband der Metalltechnischen Industrie).

Was unklar ist

  • Die genauen Zahlen der Gehaltstabelle für 2026 je Beschäftigungsgruppe sind nicht vollständig öffentlich – insbesondere für Angestellte fehlen oft die konkreten Beträge.
  • Wie hoch die KV-Erhöhung 2027 ausfallen wird, ist ungewiss – Verhandlungen stehen noch aus.

Weitere Perspektiven aus der Branche

„Die Lücke zwischen Mindestentgelt und Ist-Einkommen wird von Jahr zu Jahr größer. Das schafft Unzufriedenheit bei den Beschäftigten, die sich unter ihrem Marktwert bezahlt fühlen.“

– Expertin der GPA – Gewerkschaft der Privatangestellten

„Die Differenzierung der Erhöhungen nach Verwendungsgruppen ist ein bewährtes Instrument, um sowohl untere als auch höhere Einkommensgruppen gerecht zu behandeln.“

– Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich (WKO)

Für Beschäftigte in der Metallindustrie ist der KV-Abschluss 2026 eine gemischte Nachricht: Die Mindestlöhne steigen spürbar, aber die tatsächlichen Einkommen hinken hinterher. Wer seine Einstufung kennt und die Tabelle richtig liest, kann sicherstellen, dass er das ihm zustehende Entgelt erhält. Arbeitgeber sollten ihre Gehaltsstrukturen anpassen – sonst drohen Nachzahlungen und Unmut. Für den Herbst 2026 steht die nächste Bewährungsprobe an: Dann entscheidet sich, ob die Metallbranche den Spagat zwischen Wettbewerbsfähigkeit und fairer Entlohnung schafft.

Weitere Quellen

gpa.at, gpa.at, wko.at, tecjobs.at

Wer die genauen Gehaltsstufen sucht, findet in der aktuellen KV-Abschluss für Metaller 2026 eine detaillierte Aufschlüsselung der Mindestentgelte.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mindestentgelt und Ist-Einkommen bei Metaller KV?

Das Mindestentgelt ist der kollektivvertraglich garantierte Mindestlohn pro Beschäftigungsgruppe. Das Ist-Einkommen ist das tatsächlich gezahlte Gehalt, das darüber liegen kann. Die Erhöhung beider Werte fällt unterschiedlich aus: 2,0 % auf Mindestentgelte, 1,41 % auf Ist-Einkommen.

Wie finde ich meine Beschäftigungsgruppe im KV Metall?

Ihre Beschäftigungsgruppe muss auf Ihrem Dienstzettel stehen. Die Einstufung richtet sich nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit. Bei Unklarheiten hilft die zuständige Gewerkschaft (GPA oder PRO-GE).

Welche Gewerkschaft vertritt die Arbeiter in der Metallindustrie?

Für Arbeiter ist die PRO-GE (Produktionsgewerkschaft) zuständig, für Angestellte die GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten). Beide verhandeln gemeinsam mit der WKO die Kollektivverträge.

Wie oft wird der KV Metall verhandelt?

Der KV wird in der Regel jährlich verhandelt. Der aktuelle Abschluss läuft vom 1. November 2025 bis 31. Oktober 2026. Die nächste Verhandlungsrunde startet voraussichtlich im Herbst 2026.

Was passiert, wenn mein Ist-Einkommen unter dem neuen Mindestentgelt liegt?

Dann muss der Arbeitgeber Ihr Gehalt auf das neue Mindestentgelt anheben. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie sollten Ihre Abrechnung prüfen und gegebenenfalls die Gewerkschaft oder Arbeiterkammer kontaktieren.