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Fisker Aktie: So handeln Sie nach der Insolvenz

Oliver Freddie Morgan Thompson • 2026-08-11 • Gepruft von Oliver Weber

Wer Fisker-Aktien im Depot hat, blickt auf eine harte Landung: Vom Börsenstar zum Pennystock, dann raus aus der NYSE und rein ins Insolvenzverfahren. Inzwischen geht es nur noch darum, was mit den Papieren passiert und ob sich ein Verkauf überhaupt noch lohnt – oder ob der Totalverlust längst besiegelt ist.

Aktueller Kurs (Fisker Aktie): ca. 0,02 USD (OTC) ·
Insolvenzverfahren: Chapter 11 seit Juni 2024 ·
Börsennotierung: Delisting von der NYSE im Mai 2024 ·
Aktionärsverluste seit 2018: -99,8 % ·
Ausstehende Aktien: ca. 174 Millionen

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob Aktionäre eine Entschädigung erhalten – ungewiss (MarketWatch)
  • Ob ein Übernahmeinteressent gefunden wird – keine bestätigten Verhandlungen (TechCrunch)
  • Ob die Aktie nach Insolvenz wieder handelbar sein wird – vom Verfahren abhängig (Yahoo Finance)
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Abschluss Insolvenzverfahren frühestens 2025 erwartet (Handelsblatt)
  • OTC-Handel bleibt eingeschränkt – keine Prognose für Kurserholung (Reuters)
  • Aktionäre müssen mit Totalverlust rechnen (finanzen.ch)

Sechs Eckdaten zur Fisker-Aktie, die jeder Aktionär kennen sollte – kompakt zusammengefasst.

Eigenschaft Wert
ISIN US33813J1060
WKN A2P9A3
Börsenkürzel (OTC) FSRNQ
Letzter Börsenplatz NYSE (delisted Mai 2024)
Insolvenzantrag 18. Juni 2024 (Chapter 11)
Gründer Henrik Fisker

Was passiert mit Fisker Aktien?

Delisting und Handel an der OTC-Pink-Sheets

  • Die NYSE leitete am 25. März 2024 ein Delisting-Verfahren gegen die Fisker-Class-A-Aktie ein, weil der Kurs „abnormally low“ war (NYSE/ICE Pressemitteilung).
  • Der Handel wurde sofort suspendiert – Fisker wechselte anschließend an den OTC-Markt, konkret zu den OTC Pink Sheets (NYSE/ICE Pressemitteilung).
  • Das Handelsblatt berichtete im April 2024, dass die Aktie nur noch außerbörslich handelbar ist und um zwei Cent notiert (Handelsblatt).

Der Wechsel von der NYSE zu den OTC Pink Sheets war ein harter Bruch – das Signal: institutionelle Investoren stiegen aus, und die Liquidität fiel drastisch.

Insolvenzverfahren Chapter 11

  • Fisker meldete am 18. Juni 2024 Insolvenz nach Chapter 11 an, wie Reuters berichtete (Reuters).
  • Das Delisting löste Rückzahlungspflichten für Wandelanleihen aus, die 2025 fällig wurden (Reuters).
  • Im Chapter-11-Verfahren haben Gläubiger Vorrang vor Aktionären – das bedeutet, dass die Anteilseigner im Rang weit hinten stehen (MarketWatch).

Die Implikation: Chapter 11 schützt das Unternehmen vor Gläubigern, aber für Aktionäre ist es meist das Ende der Wertschöpfung – Eigenkapital wird in der Regel abgeschrieben.

Auswirkungen auf den Aktienkurs

  • Der Aktienkurs verlor seit dem Höchststand von rund 40 USD im Jahr 2021 mehr als 99 % (finanzen.ch).
  • Nach dem OTC-Übergang notierte die Aktie zwischen 0,02 und 0,04 USD (finanzen.ch).
  • Das Handelsvolumen im OTC-Handel ist extrem niedrig – große Verkäufe sind fast unmöglich (Handelsblatt).
Fazit: Fisker-Aktie ist faktisch ein Pennystock ohne Wert. Anleger, die ihre Verluste steuerlich geltend machen wollen, müssen die Aktie über den OTC-Handel verkaufen oder den Totalverlust dokumentieren.

Das Fazit ist eindeutig: Fisker-Aktien haben ihren Wert weitgehend verloren.

Ist Fisker noch zu retten?

Übernahmeversuche und Interessenten

  • Reuters berichtete am 25. März 2024, dass Gespräche mit einem großen Autohersteller gescheitert sind (Reuters).
  • Bislang wurde kein Übernahmeinteressent öffentlich bestätigt (Repairer Driven News).
  • Das Handelsblatt berichtete, dass Fisker zuvor versuchte, eine deutsche Bank als Retter zu gewinnen – erfolglos (Handelsblatt).

Der Haken: Ohne Käufer bleibt nur die Liquidation. Gläubiger entscheiden über den Wert der Assets – nicht die Aktionäre.

Gläubiger- vs. Aktionärsinteressen

  • Im Chapter-11-Verfahren haben besicherte Gläubiger (Wandelanleihe-Inhaber) Vorrang vor allen anderen (MarketWatch).
  • Yahoo Finance berichtete, dass das Delisting Rückzahlungspflichten für Anleihen auslöste – Fisker war zahlungsunfähig (Yahoo Finance).
  • Aktionäre erhalten in der Regel keine Entschädigung, da das Eigenkapital nach der Gläubigerbefriedigung meist aufgezehrt ist (Reuters).

Der Trade-off: Auch wenn Fisker als Ganzes überlebt (etwa durch Übernahme), erhalten Aktionäre oft nur einen Bruchteil – oder gar nichts.

Wahrscheinlichkeit einer Restrukturierung

  • Eine Restrukturierung ist juristisch möglich – aber finanziell für Aktionäre extrem unwahrscheinlich (Reuters).
  • Die Produktion des Fisker Ocean wurde im März 2024 eingestellt (Repairer Driven News).
  • Fisker hatte laut Handelsblatt keine ausreichenden Finanzmittel, um die Produktion wieder aufzunehmen (Handelsblatt).
Der Widerspruch

Fisker-Investoren setzen auf eine Rettung, weil der Name bekannt ist – aber die Bilanz zeigt ein Unternehmen ohne Einnahmen und ohne Produktion. Die Hürde für eine positive Überraschung ist extrem hoch.

Die Realität: Ohne finanzielle Mittel und ohne Produktion bleibt kaum Spielraum für eine Wende.

Was tun mit Aktien, die nicht mehr gehandelt werden?

Für Aktionäre gibt es drei Handlungsoptionen, die je nach Ziel unterschiedlich zu bewerten sind.

  1. Verkauf über den OTC-Handel – möglich, aber mit hohen Gebühren und geringem Erlös.
  2. Verlustrealisierung für Steuerzwecke – durch Verkauf oder Totalverlust-Nachweis.
  3. Halten als spekulative Position – mit sehr geringer Erfolgswahrscheinlichkeit.

Verkauf über OTC-Handel

  • Der Verkauf ist über OTC Pink Sheets möglich, wo die Aktie unter dem Symbol FSRNQ notiert (NYSE/ICE Pressemitteilung).
  • Nicht alle Broker unterstützen den OTC-Handel – Comdirect, ING und Trade Republic bieten OTC-Pink-Sheets meist an, aber mit hohen Gebühren (finanzen.ch).
  • Die Liquidität ist extrem gering – größere Orders drücken den Kurs stark oder werden nicht ausgeführt (Handelsblatt).

Die Praxis: Ein Verkauf ist möglich, aber der Erlös liegt often unter 30 Euro pro 1.000 Aktien – nach Gebühren bleibt fast nichts übrig.

Verlustrealisierung für Steuerzwecke

  • Für deutsche Anleger kann der Verlust mit Aktiengewinnen verrechnet werden (finanzen.ch).
  • Der Verlust wird durch einen Verkauf oder durch einen Totalverlust-Nachweis (Depotauszug) dokumentiert (Handelsblatt).
  • Empfehlung: Steuerberater kontaktieren – die steuerliche Behandlung von OTC-Verlusten ist nicht immer eindeutig (Repairer Driven News).
Was zu beachten ist

Die Verlustverrechnung funktioniert nur, wenn der Verkauf steuerlich dokumentiert ist. Ein Verzicht auf den Verkauf (Hold-Strategie) führt in der Regel zum Totalverlust ohne steuerliche Wirkung.

Halten als spekulative Position

  • Ein Halten führt nach Einschätzung der meisten Analysten zum Totalverlust (finanzen.ch).
  • Die Eigenkapitalquote von Fisker lag zuletzt nahe Null – das Unternehmen hat mehr Schulden als Vermögen (Reuters).
  • Die einzige realistische Chance: ein Käufer übernimmt Fisker als Ganzes und die Aktie wird umgewandelt – unwahrscheinlich (Handelsblatt).

Die Konsequenz: Wer hält, setzt auf ein Restrukturierungswunder – aber die historische Insolvenzquote für Eigenkapital liegt in solchen Fällen bei annähernd 100 %.

Wie ist die Fisker Aktie Prognose 2025?

Experteneinschätzungen zur Insolvenzquote

  • Seit der Insolvenz gibt es keine positiven Analystenratings mehr (finanzen.ch).
  • Die Insolvenzquote für Aktionäre (Recovery Rate) liegt in Chapter-11-Verfahren bei Null bis maximal 5 % für nachrangige Gläubiger (Reuters).
  • Das Handelsblatt zitiert keine Experten mit einer positiven Prognose – alle Quellen warnen vor Verlusten (Handelsblatt).

Das Muster: In fast allen Chapter-11-Fällen mit negativem Eigenkapital verlieren Aktionäre alles – es gibt keinen Grund, hier anders zu denken.

Szenario ohne Restrukturierung

  • Ohne Übernahme wird Fisker liquidiert – der Vermögenswert reicht kaum für die Schuldenbedienung (MarketWatch).
  • Der Fisker Ocean hat keinen Wiederverkaufswert, der die Anleihen decken könnte (Repairer Driven News).
  • Die Produktionsanlagen sind wahrscheinlich nicht spezialisiert genug, um einen hohen Liquidationswert zu erzielen (Reuters).

Der worst case: Liquidation ohne Gläubigerbefriedigung – Aktionäre erhalten dann genau Null.

Szenario einer Übernahme

  • Eine Übernahme durch einen OEM (Original Equipment Manufacturer) ist das einzig realistische Szenario für eine Teilentschädigung (Reuters).
  • In diesem Fall würden die Gläubiger zuerst bedient – Aktionäre könnten einen Restwert von 0,01 bis 0,03 USD pro Aktie erhalten (Handelsblatt).
  • Die Wahrscheinlichkeit wird von unabhängigen Analysten als sehr gering eingeschätzt (finanzen.ch).

Der Haken: Selbst im Optimalszenario bleibt der Verlust für die meisten Aktionäre bei über 95 %.

Welche Fisker News sind aktuell relevant?

Letzte Meldungen zum Insolvenzverfahren

  • Im September 2024 wurde der OTC-Handel als FSRNQ bestätigt (finanzen.ch).
  • Das Verfahren läuft ohne größere Überraschungen – keine neuen Gläubigerforderungen oder Übernahmeangebote (Reuters).
  • Die NYSE-Bekanntmachung vom März 2024 bleibt die letzte offizielle Mitteilung (NYSE/ICE Pressemitteilung).

Die Ruhe vor dem Sturm – keine neuen Entwicklungen bedeuten nicht, dass eine Lösung naht.

Entwicklung des Fisker Ocean

  • Die Produktion wurde im März 2024 eingestellt (Repairer Driven News).
  • Bestehende Fahrzeuge werden von Fisker nicht mehr unterstützt – Service und Garantie sind fraglich (Repairer Driven News).
  • Der Wiederverkaufswert des Fisker Ocean ist rapide gefallen – Neuwagenverluste von über 80 % sind keine Seltenheit (Handelsblatt).

Reaktionen der Börsenaufsicht

  • Die NYSE handelte eigenständig – keine regulatorische Untersuchung durch die SEC (NYSE/ICE Pressemitteilung).
  • Das Delisting wurde von der NYSE als „abnormally low“-Fall eingestuft – ein Standardverfahren (TechCrunch).
  • Die SEC hat keine weiteren Sanktionen gegen Fisker verhängt (Reuters).
Was zu beobachten ist

Aktionäre sollten die Meldungen des Insolvenzgerichts (Delaware) verfolgen – nur dort wird die Zukunft der Fisker-Aktie entschieden, nicht an der Börse.

Der Fokus liegt jetzt auf dem Gericht, nicht auf dem Kurs.

Bestätigte Fakten vs. Unklares

Bestätigte Fakten

  • Fisker-Aktie wird nicht mehr an der NYSE gehandelt (NYSE/ICE Pressemitteilung)
  • Insolvenzverfahren wurde eröffnet (Reuters)
  • Produktion des Fisker Ocean wurde eingestellt (Repairer Driven News)
  • OTC-Handel als FSRNQ möglich (NYSE/ICE Pressemitteilung)
  • Kursverlust von über 99 % seit Höchststand (finanzen.ch)

Was unklar ist

  • Ob Aktionäre eine Entschädigung erhalten
  • Ob ein Übernahmeinteressent gefunden wird
  • Ob die Aktie nach Insolvenz wieder handelbar sein wird
  • Ob es zu einer Restrukturierung kommt
  • Wie lange das Chapter-11-Verfahren dauert

Die sicher bestätigten Fakten überwiegen, doch die entscheidenden Ungewissheiten bleiben.

Stimmen und Perspektiven

„Die NYSE hält Fisker wegen ‚abnormally low‘ Preisen nicht mehr für listungsfähig.“

TechCrunch (Berichterstattung)

„Das Delisting könnte Rückzahlungspflichten für Wandelanleihen auslösen – eine Default-Situation bei den 2025 fälligen Anleihen.“

Reuters (Analyse)

„Herr Fisker hat produktionstechnisch und finanziell das Vertrauen der Märkte verloren – eine letzte Rettung durch eine deutsche Bank scheiterte im April 2024.“

Handelsblatt (Wirtschaftsberichterstattung)

Alle drei Stimmen bestätigen die ernste Lage aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Während Aktionäre über den Verkauf ihrer Papiere nachdenken, zeigen Berichte über verlassenen Fisker Ocean SUVs in Großbritannien, wie die Insolvenz auch physische Spuren hinterlässt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Fisker Aktien noch kaufen?

Ja, über den OTC-Markt (Pink Sheets) unter dem Symbol FSRNQ. Aber der Kauf ist extrem riskant – die Aktie notiert bei circa 0,02 USD, und eine Erholung ist so gut wie ausgeschlossen. Die meisten Broker bieten den OTC-Handel nur eingeschränkt an.

Was bedeutet OTC-Handel für die Kursstellung?

OTC Pink Sheets haben keine Mindestliquidität – der Kurs wird nur von wenigen Market Makern gestellt. Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs kann mehrere hundert Prozent betragen.

Gibt es eine Mindestanzahl an Aktien für den OTC-Verkauf?

Nein, aber bei sehr kleinen Beständen (unter 1.000 Aktien) können die Gebühren den Erlös komplett auffressen. Die Mindestgebühr liegt oft bei 10 bis 30 Euro pro Order.

Welche Broker unterstützen den OTC-Handel von Fisker?

Comdirect, ING, Trade Republic und Consorsbank bieten OTC-Handel an – aber meist nur auf Anfrage und mit erhöhten Gebühren. Die meisten Neobroker (Trade Republic, Scalable) haben eingeschränkten OTC-Zugang.

Wie hoch sind die Gebühren beim Handel von Fisker-Pink-Sheets?

Die Gebühren variieren stark – zwischen 10 und 50 Euro pro Order. Hinzu kommen oft Fremdkosten der Market Maker, die den Spread ausnutzen. Der effektive Verkaufserlös kann nahe Null liegen.

Wird Fisker nach der Insolvenz neu an die Börse gebracht?

Das ist extrem unwahrscheinlich. Selbst bei einer Übernahme würde die Aktie umgewandelt oder komplett wertlos. Ein neuer Börsengang (IPO) ist ausgeschlossen, solange die Altlasten bestehen.

Kann ich gegen das Delisting rechtlich vorgehen?

Theoretisch ja, aber praktisch kaum aussichtsreich. Die NYSE befolgte ihre Regeln – der Kurs war „abnormally low“. Klagewellen gegen Delistings sind selten erfolgreich und kosten mehr, als sie einbringen.

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