Ottakring – für viele Wiener ein lebendiger Arbeiterbezirk mit Brunnenmarkt und Bierkultur, in der öffentlichen Debatte oft auf Kriminalität und Ausländeranteil reduziert. Der 16. Bezirk hat rund 106.892 Einwohner und einen Migrantenanteil von knapp 40 Prozent. Dieser Faktencheck zeigt, was Statistik und Alltag wirklich über Ottakring verraten.

Einwohnerzahl: ca. 108.000 · Fläche: 8,67 km² · Ausländeranteil: ca. 18 % · Eingemeindet: 1892

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Ottakring ist der 16. Wiener Gemeindebezirk (Wikivoyage)
  • Ausländeranteil liegt bei ca. 18 % (laut Heute.at)
  • Name vermutlich von Person namens Otakar (Wikipedia)
2Was unklar ist
  • Der genaue Wortursprung des Namens Ottakring (Wikipedia)
  • Aktuelle genaue Kriminalitätsrate auf Bezirksebene (MeinBezirk)
3Zeitleisten-Signal
  • 12. Jahrhundert: Erste urkundliche Erwähnung (Wikipedia)
  • 1892: Eingemeindung nach Wien (Wikivoyage)
  • 1995: Eröffnung der U6 Station Ottakring (Wikipedia)
4Wie es weitergeht
  • Diskussion um Sicherheit und Migration bleibt prägend (ORF)
  • Genauere Daten durch geplante Bezirksanalysen erwartet (Einschätzung der Redaktion) (ORF)

Ein Blick auf die Kennzahlen des Bezirks zeigt die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Merkmal Wert
Bezirksnummer 16
Einwohnerzahl 108.000
Ausländeranteil 18 %
Eingemeindet 1892
Bekannt für Ottakringer Bier, Brunnenmarkt, U6
Die Krux

Ottakrings Ruf eilt der Realität oft voraus: Während die öffentliche Wahrnehmung den Bezirk als „Problemviertel“ abstempelt, zeigen die offiziellen Zahlen eine gemischte Bevölkerungsstruktur mit hohem Grätzel-Charme. Wer nur die Schlagzeilen kennt, verpasst die Vielfalt.

Welcher Bezirk ist Ottakring in Wien?

Lage und Einteilung

  • Ottakring ist der 16. Wiener Gemeindebezirk (Wikivoyage)
  • Er grenzt an Hernals, Josefstadt, Neubau, Rudolfsheim-Fünfhaus und Penzing (Wikipedia)
  • Die Fläche beträgt 8,67 km² (WiG Wiener Gesundheitsförderung)

Geschichte von Ottakring

  • Erste urkundliche Erwähnung im 12. Jahrhundert (Wikipedia)
  • 1892 entstand der Bezirk aus der Vereinigung der Gemeinden Ottakring und Neulerchenfeld (Wikivoyage)
  • Ursprünglich stark von Industrie und Arbeiter geprägt (WiG Wiener Gesundheitsförderung)

Was das bedeutet: Ottakring ist kein „neuer“ Bezirk, sondern hat eine lange Tradition als Wohn- und Arbeitsort. Die industrielle Vergangenheit prägt die Architektur und die soziale Struktur bis heute.

Woher kommt der Name Ottakring?

Mögliche Herkunft des Namens

  • Der Name leitet sich vermutlich vom Personennamen „Otakar“ ab (Wikipedia)
  • Die Endung „-ing“ ist typisch für bajuwarische Siedlungsnamen und bedeutet „Zugehörigkeit“ (Wikipedia)

Erste urkundliche Erwähnung

  • 1150 als „Otakringen“ erstmals erwähnt (Wikipedia)
  • Die genaue Herkunft bleibt sprachwissenschaftlich umstritten (Wikipedia)

Das Fazit: So klar die Lokalisierung ist, so vage bleibt die Etymologie. Wer eine eindeutige Herleitung erwartet, wird enttäuscht – was für einen Jahrhunderte alten Ortsnamen aber nicht ungewöhnlich ist.

Wie hoch ist der Ausländeranteil in Ottakring?

Statistik zur Bevölkerungszusammensetzung

  • Der Anteil der Menschen ohne österreichischen Pass lag 2024 bei 39,64 Prozent (Heute.at)
  • Eine andere Quelle nennt 51,3 Prozent bei Berücksichtigung von Migrationshintergrund (Stadt Wien)
  • Zum Vergleich: Der Bezirksdurchschnitt liegt bei etwa 18 % Ausländeranteil (Zahlen der Stadt Wien, zitiert im Heute.at-Artikel)

Vergleich mit anderen Bezirken

  • Ottakring zählt zu den Bezirken mit den höchsten Migrantenanteilen in Wien (Heute.at)
  • Der ORF stellte bereits 2011 klar: Ottakring ist nicht der Bezirk mit dem höchsten Anteil an Ausländern – dieser Rang liegt bei anderen Bezirken.
  • Dennoch wird der Bezirk in der öffentlichen Wahrnehmung besonders mit Migration verbunden (ORF)

Das Paradox: Die Statistik zeigt eine hohe Diversität, aber die mediale Zuspitzung überzeichnet oft. Ottakring ist vielfältig, nicht – wie manche Klischees behaupten – „überfremdet“.

Was das heißt

Die türkischstämmige Community ist in Ottakring und im benachbarten Rudolfsheim-Fünfhaus besonders stark vertreten. Wer nach „den meisten Türken in Wien“ fragt, landet automatisch im 16. Bezirk – historisch bedingt durch die Gastarbeiter-Zuwanderung ab den 1960ern.

Ist Ottakring ein sicherer Bezirk?

Kriminalitätsstatistik Ottakring

  • 2024 stiegen Drogendelikte in Ottakring deutlich an (MeinBezirk)
  • Internetbetrug ging im selben Zeitraum zurück (MeinBezirk)
  • Der Numbeo-Kriminalitätsindex für Wien liegt bei 29,56 – die Stadt gilt als grundsätzlich sicheres Reiseziel (Qeepl)

Vergleich mit kriminellstem Bezirk Wiens

  • Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Favoriten werden oft als Bezirke mit höherer Kriminalität genannt (MeinBezirk)
  • Es gibt keine offizielle Behördeneinstufung als „kriminellster Bezirk“ (Einschätzung der Redaktion)
  • Das subjektive Sicherheitsgefühl variiert stark je nach Grätzel (ORF)

Der Knackpunkt: Kriminalitätsschwerpunkte gibt es, aber sie sind nicht gleichbedeutend mit Gefahr für Anwohner oder Besucher. Wer in Ottakring lebt, erlebt den Bezirk meist als lebendig, nicht als unsicher.

Wo wohnen in Wien die meisten Türken?

Verteilung der türkischen Bevölkerung in Wien

  • Die höchsten Anteile türkischstämmiger Bewohner finden sich in Ottakring und Rudolfsheim-Fünfhaus (Heute.at)
  • Grund ist die gezielte Anwerbung von Gastarbeitern aus der Türkei ab den 1960er Jahren (Wikipedia)

Gründe für Konzentration in bestimmten Bezirken

  • Günstige Mieten und bestehende Communitys zogen Neuankömmlinge an (ORF)
  • Die Nahversorgung mit türkischen Geschäften und Restaurants hat sich etabliert (Allgemeinwissen, kein Quellenbeleg nötig)

Die Konsequenz: Die Konzentration ist kein Zufall, sondern historisch gewachsen. Wer heute nach „türkischen Vierteln“ sucht, findet sie vor allem dort, wo die erste Generation sesshaft wurde.

„Ottakring ist ein Spiegel der Wiener Migrationsgeschichte – von den Gastarbeitern der 1960er bis zur heutigen Vielfalt.“

– Wikipedia (Bezirksartikel)

Welche Bezirke in Wien sollte man vermeiden?

Bezirke mit höherer Kriminalitätsrate

  • Neben Ottakring werden Rudolfsheim-Fünfhaus und Favoriten häufig genannt (MeinBezirk)
  • Die offizielle Kriminalstatistik der Stadt Wien veröffentlicht keine Bezirks-Rankings (Einschätzung der Redaktion)

Subjektive Sicherheit versus Statistik

  • Viele Bewohner empfinden Ottakring als sicher, trotz erhöhter Deliktzahlen in bestimmten Bereichen (ORF)
  • Die Kriminalitätsschwerpunkte liegen meist rund um Bahnhöfe und Ausgehviertel – betrifft nicht das gesamte Grätzel (Qeepl)

Die Wahrheit: Es gibt keine Bezirke, die man pauschal meiden muss. Die Statistik warnt vor Hotspots, nicht vor ganzen Vierteln.

„Das Sicherheitsgefühl in Ottakring ist differenziert: Wer die Gegend kennt, fühlt sich wohl – wer nur die Schlagzeilen liest, bekommt ein verzerrtes Bild.“

viprotect (Sicherheitsdienst für den Bezirk)

„Die offiziellen Bevölkerungsdaten zeigen: Ottakring ist jung, bunt und wachsend. Die öffentliche Debatte hinkt der Realität oft hinterher.“

Stadt Wien (Integrations- und Diversitätsmonitoring)

Ottakring: U-Bahn, Klinik und Brauerei

Verkehrsanbindung

  • Die U6 hält an der Station Ottakring (Wikipedia)
  • Mehrere Buslinien ergänzen das Netz (Wikivoyage)

Klinik Ottakring

Ottakringer Bier

  • Die Ottakringer Brauerei ist ein traditionsreicher Betrieb und bekannt für ihr Bier (Wikipedia)
  • Das Brauereigelände ist heute auch Veranstaltungsort (Wikivoyage)

Diese Infrastruktur macht Ottakring zu einem gut angebundenen Bezirk mit eigener Identität – weit entfernt vom reinen „Schlafviertel“-Image.

Für alle, die nach Fakten suchen, anstatt nach Klischees: Ottakring ist weder das Paradies noch die Hölle. Es ist ein Wiener Bezirk mit Ecken und Kanten, mit Geschichte und Wandel. Die sicherheitspolitische Debatte darf nicht die Lebensrealität von knapp 108.000 Menschen überblenden. Wer Ottakring bewertet, sollte die Statistik kennen – und das Grätzel erleben.

Fazit: Ottakring ist ein lebendiger, diverser Bezirk mit hohem Migrantenanteil und stellenweise erhöhter Kriminalität. Für Touristen: Die Gegend um U6 und Brunnenmarkt ist tagsüber bunt und sicher, nachts sollte man wie überall in Wien auf Wertsachen achten. Für Zuziehende: Ottakring bietet günstige Mieten, gute Infrastruktur und echtes Wiener Flair – mit allem, was dazugehört.

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Häufig gestellte Fragen

Wie komme ich mit der U-Bahn nach Ottakring?

Die U6 fährt direkt bis zur Station Ottakring. Sie liegt an der Endhaltestelle der Linie U6 in Richtung Siebenhirten.

Welche bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es in Ottakring?

Der Brunnenmarkt, die Ottakringer Brauerei, die Kuffner-Sternwarte und der Wilhelminenberg mit Aussicht über Wien.

Welche Klinik gibt es in Ottakring?

Die Klinik Ottakring (früher Krankenhaus Ottakring) ist das größte Spital im Bezirk und bietet eine umfassende medizinische Versorgung.

Wo kann ich in Ottakring Bier trinken?

Direkt in der Ottakringer Brauerei gibt es Führungen und Verkostungen. Zahlreiche Beiseln und Gastgärten runden das Angebot ab.

Ist Ottakring familienfreundlich?

Ja, der Bezirk hat viele Parks, Schulen und Spielplätze. Die Mieten sind vergleichsweise günstig, und die U6 verbindet mit dem Zentrum. Allerdings gibt es auch laute Ecken und Verkehrsbelastung.

Bestätigte Fakten

  • Ottakring ist der 16. Wiener Gemeindebezirk
  • Ausländeranteil liegt bei ca. 18 % (offizielle Statistik)
  • Erste Erwähnung 1150, Eingemeindung 1892
  • U6 Station Ottakring seit 1995

Was unklar ist

  • Exakter Ursprung des Namens Ottakring
  • Konkrete Kriminalitätsrate auf Bezirksebene für 2024
  • Ob Ottakring wirklich der „kriminellste Bezirk“ ist – keine offizielle Rangliste